Innovation im Netzwerkbereich

Die Digitalisierung fordert Innovation. Es stellt sich die Frage, wie SWITCH von den Technologietrends profitieren und Innovationen für die Community frühzeitig vorantreiben kann.

Text: Kurt Baumann, publiziert am 20.05.2020

Aus dem  Innovationsmanagement von SWITCH lassen sich für den Netzwerkbereich drei verschiedene Innovationsgrade ableiten: Die inkrementelle, die evolutionäre und die revolutionäre Innovation. Diese Innovationsgrade unterscheiden sich jeweils bezüglich existierenden und neuen Dienstleistungen, Geschäftsfeldern, Kundensegmenten und Märkten.

Inkrementell, evolutionär oder revolutionär?

Wie pflegen wir Innovation im Netzwerkbereich, und was sind unsere Treiber? Die inkrementelle Innovation bezieht sich auf existierende Dienstleistungen, Geschäftsfelder und Kundensegmente. Sie legt den Fokus auf Verbesserungen durch effizienzsteigernde Prozesse des Backbones. Dazu gehören Betriebsprojekte, die den Ausbau, die Verfügbarkeit, Stabilität und Sicherheit gewährleisten oder gar erhöhen.

Die evolutionäre Innovation bezieht sich einerseits auf neue Dienstleistungen und Geschäftsfelder für existierende Kunden. Andererseits bezieht sie sich auch auf die Erweiterung existierender Dienstleistungen und Geschäftsfelder für neue Kundensegmente. Wir sprechen hier von semi-disruptiver Innovation. Beispiele sind die neue Tarifstruktur, neue Kundenanschlüsse oder der Einbezug sowie die Bewirtschaftung der Forschenden.

Die revolutionäre Innovation ist indes disruptiv. Sie umfasst neue Dienstleistungen, Geschäftsfelder und Kundensegmente und fordert einen Sinneswandel. Beispiele sind SCION, die Übertragung hochpräziser Zeitfrequenzen über SWITCHlan aber auch die Virtualisierung von Netzwerken mit “Softwarization”. 

Ideenpool als Innovationspipeline

So erzeugt und bearbeitet das Netzwerkteam einerseits Innovationen aus dem “Development/Operation-Umfeld” auf evolutionäre Weise. Sie werden im Ideenpool des Geschäftsbereichs Security & Network gesammelt. Andererseits werden dort auch neue, revolutionäre Trends und Technologien erfasst, die mit einem Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren einen Impact auf unser Dienstleistungsportfolio haben könnten. Die Prozesse im Ideenpool sind einfach gehalten. Es steht jedem Teammitglied offen, Ideen einzubringen und diese nach einem standardisierten Raster zu beschreiben. Dabei stützen wir uns auf zuverlässige Informationsquellen, wie beispielsweise auf Marktführer in der Industrie, auf Analysten sowie auf Experten von SWITCH und der Bildungs-, Forschungs- und Innovations-Community (BFI).

WGs und SIGs fördern Innovation

Evolutionäre Themen werden nach Möglichkeit zu Machbarkeitsstudien, Projekten oder Prototypen ausgearbeitet. Revolutionäre Themen werden in Working Groups (WG) oder Special Interest Groups (SIG) weiter bearbeitet. Dazu zwei Beispiele: Am SDN workshop zum Thema «Von der Business Innovation und Netzwerk Revolution zum Internet der Zukunft» wurden Trends beobachtet und Ansätze diskutiert. Zu IoT wurden zwei Fachtagungen durchgeführt mit der Absicht, die IoT-Stossrichtung zu erarbeiten und die Community aufzubauen.

Wir schaffen uns also mit den WGs und SIGs innovationsförderliche Plattformen, mit deren Hilfe SWITCH die BFI-Community und externe Partner in innovative Aktivitäten und Prozesse involviert. Neben vielen Themen wird uns in Zukunft die “Machine2Machine”-Kommunikation gekoppelt an Industry 4.0, das Industrial Internet of Things IIoT, sowie die weitere Entwicklung der Netzwerkvirtualisierung, das «Intent-Based Networking», beschäftigen.

Über den Autor
Kurt   Baumann

Kurt Baumann

Im Jahr 2001 erhielt Kurt Baumann den Master in Mathematik von der Universität Zürich. Nach seiner Tätigkeit bei IBM stiess er im Jahr 2005 zu SWITCH. Er ist Mitglied des Network-Teams und vertritt die Interessen von SWITCH bei GÉANT.

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SWITCH Journal

Dieser Artikel erschien im SWITCH Journal, Ausgabe Mai 2020.

SWITCHJournal-Front_202005

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